Gesunde Ernährung und Haltung der Katze

Die Domestizierung der Katze begann 4000 Jahr vor Christi. Nach Tausenden Jahren in der Wüste schloß sie sich dem Menschen an. Unsere Katzen stammen alle von der Stammutter der Falbkatze ab.

Die Katzen fanden den Weg in die Kornspeicher, da in der Halbwüste die Jagd oft sehr anstrengend war. Dort fanden sie Mäuse, die sich von den Vorräten der Menschen ernährten. Der Mensch war sehr dankbar dafür. Etwa 1600 v. Chr. entwickelte sich eine Katzenverehrung, die mit der Göttin Bastet verbunden war und dauerte über eine Zeitraum von 2000 Jahren an. Durch diese Wertschätzung war es verboten Katzen außerhalb des Landes Ägypten zu bringen. Der erste Weg ging über den Schmuggel nach Griechenland und Italien und von da aus nach ganz Europa und auch nach Amerika.

Die Katze ist heutzutage das meistbegehrteste Haustier in unserem Umfeld. Sie hat selbst dem Hund den Rang abgelaufen. Heute leben laut Schätzungen 6 Millionen Katzen in den Haushalten. Es gibt eine Menge an Gründen, dass die Katze einen Vorteil zum Hund gewonnen hat. Eine Katze kommt mit wenig Raumangebot aus als der Hund. Die Katze muß nicht „Gassi“ geführt werden, sie geht auf ihre Katzentoilette oder aber bei Freiläufern auch nach draußen um ihr Geschäft zu verrichten. Katzen können alleine gelassen werden, vorausgesetzt sie haben einen Ausgang nach draußen oder leben zu zweit. Gerade in den immer mehr werdenden Singlehaushalten scheint sie ein idealer Partner für den Menschen geworden zu sein.

Die Katze ist ein Fleischfresser, aber eher noch ein Beutefresser. Die natürliche Nahrung einer Katze besteht aus kleinen Säugetieren (hauptsächlich Nagern), zum Teil aus Vögeln und sogar Insekten. Mit den Beutetieren nimmt die Katze außer Fleisch auch Innereien, Knochen und somit Mineralien (Kalk und Phosphor) zu sich. Dazu kommen die aufgeschlossenen Kohlehydrate (der Mageninhalt der Beutetiere: Getreide und Pflanzenteile, Blut und damit Mineraliensalze, sowie Fasern in der Form von Fell oder Federn (geringe Mengen). Ein gutes Katzenfutter sollte dieser Zusammensetzung der Beutetiere möglichst gut entsprechen.

Eine Katze sollte nicht vegetarisch ernährt werden, da sie nicht das lebensnotwendige Taurin erhalten würde.
Katzen haben ihre physiologischen Strukturen seit der Domestizierung nicht verändert.

Die Zähne und das Verdauungssystem:
Katzen verfügen über Zähne, die zum Packen, Aufreißen und Zertrennen ihrer Beute bestimmt sind, darüber hinaus einen kurzen Darm und eine große Leber. Eine falsche Ernährung hat verheerende Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Katze. Der Magen ist relativ klein (leer mit einem Durchmesser von 2cm). Es passt genau eine Maus hinein und entspricht damit einer Menge von 2 –3 Eßlöffeln Futter.

Der Geruchssinn:
Katzen verfügen über 19 Millionen Nervenenden (Mensch 5 Mio.) in der Membran der Innenseite ihrer Nase, die alle für das Riechen zuständig sind. Sie besitzen besonders gute Geruchsantennen, die auf Gerüche eingestellt sind die Stickstoffverbinden enthalten. Solche Gerüche findet man in Futter, dass schlecht wird oder in ranzigem Futter. Zusätzlich verfügt die Katze noch über einen rezeptiven Mechanismus, der sowohl auf Gerüche als auch auf Geschmäcker reagiert und befindet sich im Dach der Mundhöhle.

Der Geschmackssinn:
Der Geschmacksinn der Katze ist nicht gut ausgeprägt. Sie setzen ihre Zunge eher wie Hände ein. Die Zunge besitzt eine raue Oberfläche, die sowohl zur Futter und Wasseraufnahme als auch zum Putzen genutzt wird. Die Geschmacksknospen befinden sich lediglich an beiden Rändern der Zungenspitze und in einer Formation auf der Hinterseite. Die Katze kann süß und sauer nicht direkt unterscheiden. Saures können sie am besten schmecken, danach Bitteres und Salziges können sie erkennen. Den Geschmack von Süßem können sie nicht zuordnen.


Wandel in der heutigen Zeit für die Katze

Als sie bei den Bauern als Unterstützung zum Mäusefang gehalten wurde, erhielt sie zwar auch Küchenabfälle und Milch, aber ihre Hauptnahrung waren auch weiterhin die Mäuse und Ratten.

Sie wird als Haustier in der Wohnung oder auch mit Auslauf gehalten. Ihre Nahrung erhält sie durch industriell entwickeltes Dosenfutter von unterschiedlichsten Herstellern. Die Qualität der einzelnen Sorten ist unterschiedlich aber meist nicht katzengerecht. Teilweise erhält sie auch heute noch Abfälle aus der Menschenküche.
Diese Ernährung ist aber nicht die natürliche für Katzen, sie enthält nicht alle Bestandteile, die sie für einen gesunden Organismus benötigt.

Katzen benötigen in ihrer Bewegung heute nicht mehr so viel körperliche Betätigung. Sie braucht kurze, viel Energie fordernde Aktivitäten.

Einer Katze sollte die Nahrung so weit als möglich auch in der Zusammenstellung der einer Maus entsprechen.

Inhalte einer gesunden Katzenernährung

Was sollen wir unseren Katzen füttern? Feuchtfutter, Trockenfutter oder selbst hergestellte Nahrung?

Die meisten Katzen erhalten heute industriell hergestelltes Futter. Dabei unterscheidet man Feucht- und Trockenfutter. Es gibt viele Unternehmen die unterschiedliche Qualitäten an Fertigfutter herstellen.

Der Schlüssel zu gutem Futter ist die Verdaulichkeit. Die meisten Hersteller geben die Verdaulichkeitswerte nicht an. Man sollte auf die Menge der Ausscheidungen achten. Sie sollte nicht mehr als ca. 25% der gefütterten Menge betragen. Je größer das Volumen an Ausscheidungen im Verhältnis zu gegessenen Menge Futter, desto minderwertiger das Futter. Ein guter Anhaltspunkt ist auch die Größe der vom Hersteller auf der Verpackung gelisteten Fütterungsempfehlung. Je größer die empfohlene Tagesration desto kleiner die Qualität des Futters.

Anstatt des Fertigfutters ist es besser für die Katze die Nahrung selbst herzustellen. Das erfordert natürlich Zeit und das Wissen um die Zusammenstellung. Vielleicht ist es möglich zumindest einen Teil des Katzenfutters zu kochen und ansonsten ausgewähltes Fertigfutter anzubieten.

In der Nahrung für die Katze müssen Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten sein.

Zu den Nährstoffen gehören Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette.

Eiweiße setzen sich aus einfachen Bausteinen zusammen, die Aminosäuren. Diese sind für den Stoffwechsel und sogar das Leben von großer Bedeutung. Die Katze kann kein eigenes Eiweiß aus pflanzlicher Materie im Körper herstellen. Die Katze wandelt den größten Teil des aufgenommenen Eiweiß in Energie um, doch eine bestimmte Menge wird auch für die Wartung des Körpers, die Zellerneuerung und für den Verdauungsapparat benötigt. Sie benötigt die Aminosäuren auch für Blut, Hormone und Enzyme. Ist überschüssige Energie vorhanden, so wird diese als Fett gespeichert. Die Katze kann kaum zuviel Eiweiß erhalten, solange die Eiweißquelle und die art des Eiweiß variieren. Zuviel Eiweiß von einer Sorte kann allerdings Störungen verursachen.

Wertvolle Eiweiße sind enthalten in:
Wild, Rind, Kalb, Lamm. Innereien wie Leber, Niere und Herz, Geflügel, Fisch (Lachs, Sardine, Makrele, Hering, Dorsch, Forelle), Molkereiprodukten und Eiern, gekochtes Getreide.

Naturheilkundler sind davon überzeugt, dass die Katze einen gewissen Anteil an Pflanzenfaserstoffen benötigt, aus der sie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe gewinnt, ganz entgegen der Meinung von Wissenschaftlern. Kohlenhydrate sind auch Energielieferanten für den Körper und werden gleich im Körper verbrannt oder als Gykogen in der Leber und Muskulatur gespeichert oder in Fett umgewandelt. Wild lebende Katzen nehmen diese auf in dem sie ihre Beute mitsamt ihrem Fell oder Federn auffressen.

Kohlenhydrate können entweder in Form von Zucker oder Stärke auftreten. Damit die Katze diese verwerten kann, müssen sie in Einfachzucker gespalten werden. Katzen verfügen aber nicht über diese Mikroorganismen, die diese Aufgabe erfüllen. Deshalb muß für die Katze dieses durch kochen des Gemüses oder Obst vorher aufgespalten werden. Träger von wertvollen Kohlenhydraten sind Getreide wie Hafer, Weizenvollkornbrot und geschälter Reis; Gemüse wie dunkelgrüne Blattgemüse, Zucchini, Möhren, Bohnen, Mais und Kartoffeln; Obst wie Bananen, Äpfel, Melonen und Beeren; sowie in Melasse.

Im Gegensatz zu uns ist die Katze in der Lage einen großen Anteil von Fett in ihrer Nahrung zu verdauen ohne gleich Gewicht zuzulegen. Fett ist ein Energielieferant, sowie es dem Körper auch essentielle Fettsäuren liefert und als Träger für die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K dient. Mindestens 35% der täglichen Katzennahrung sollte aus Fett bestehen (bei Schlankheitskuren aber mindestens 20%). Wird der Katze Fett vorenthalten, so kann dieses zu bedrohlichen Zuständen führen. Nach ihrer Aufnahme werden Fette durch Enzyme in Fettsäuren und Glycerin aufgespalten. Glycerin dient als Energiespender, während die Säuren Verdauungsfunktionen erfüllen und die Selbstheilung des Körpers unterstützen. Linolsäuren, Linolensäuren und Archidonsäuren sind für den Stoffwechsel der Katze unentbehrlich. Die einzige Nahrungsquelle, die diese 3 Säuren enthält, ist tierisches Fett, während die beiden ersten Säuren auch in pflanzlicher Nahrung enthalten sind.

Fette sind enthalten in Muskelfleisch, Rindertalg oder naturbelassenen Ölen (Oliven-, Distel-, Fisch-, Maisöl) sowie in Molkereiprodukten und Eiern

Vitamine sind organische Substanzen, die bei der Steuerung chemischer Reaktionen helfen, welche während der Nahrungsumwandlung in Energie und Körpergewebe ablaufen. Sie bieten darüber hinaus für die Zellen einen Schutz vor Giftstoffen und Infektionen.
Bei den Vitaminen unterscheidet man die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K und die wasserlöslichen Vitamine B, C. Das gesunde Tier benötigt die Vitamine B, C und K nicht über die Nahrung, da diese ausreichend im Körper aufgebaut werden

Mineralstoffe sind anorganische Substanzen, die sowohl in der Erde als auch in der Atmosphäre vorkommen. Sie werden durch die Nahrung und bei der Atmung in das Gewebe von Tieren aufgenommen. Zwar stellen Mineralstoffe keine Energie zur Verfügung, sie sind aber dennoch bedeutsam für eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen und für den Aufbau von Bestandteilen des Körpers. Zu ihnen gehören Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium und Chlor, welche von der Katze täglich aufgenommen werden müssen. Als Spurenelemente bezeichnete Mineralstoffe werden nur in geringer Menge im Körper benötigt, spielen aber dennoch eine bedeutende Rolle bei der Aufrechterhaltung des Stoffwechsels und des allgemeinen Gesundheitszustandes.

In den Körperzellen finden aufbauende, umwandelnde und abbauende Stoffwechselvorgänge statt. Dabei unterscheidet man Baustoffwechsel und Betriebsstoffwechsel mit Grundumsatz und Leistungsumsatz.
Baustoffwechsel bedeutet den Aufbau aller körpereigenen Zellen, Organe, Knochen, Muskeln, Drüsen und Blut. Grundumsatz ist der Energieverbrauch für alle Lebensvorgänge im Ruhe- bzw. Schlafzustand des Tieres. Der Energieaufwand für alle Leistungen wie Bewegung, Nahrungsaufnahme und Verdauung oder Sport wird als Leistungsumsatz bezeichnet.
Als Stoffwechselprodukte gibt es körpereigene Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, Sekrete und Exkrete, Hormone und Energie wie Körperwärme.

Die Menge der Mahlzeit richtet sich nach der Aktivität der Katze. Wichtig ist es darauf zu achten, dass trächtige und säugende Katzen einen höheren Energiebedarf haben.

Katzen haben auch bei unterschiedlichen Rassen gleiche Größen- und Gewichtsmaße. Es gibt nur wenige Ausnahmen bei besonderen Rassen die entweder äußerst leicht- oder schwergewichtig sind. Das Idealgewicht der Katze beträgt 3,5 – 5,8 Kilogramm.

Es gibt generelle Regeln, die bei der Katzenfütterung beachtet werden sollten:
- regelmäßige Mahlzeiten
- immer frisches Futter (altes Futter kann Keime und Larven von Fliegen enthalten)
- Zimmertemperatur ( Futter aus dem Kühlschrank kann zu Magen- und Darmproblemen führen)
- kein Hundefutter (es führt durch die andere Eiweißzusammenstellung zu Mangelkrankheiten)
- abwechslungsreiche Ernährung ( einseitige Ernährung kann zu Stoffwechselstörungen führen)
- als Getränk Wasser (keine Milch, da diese von vielen Katzen nicht vertragen wird und zu Durchfall führt)
- nicht alleine Tischabfälle füttern (es fehlen dabei meist wichtige Bestandteile der Nahrung, die eine Katze benötigt)
- keine Süßigkeiten an Katzen verfüttern
- kein Schweinefleisch füttern (das kann zu Erkrankungen wie Aujeszkysche Krankheit führen. Schweinefleisch kann auch in Salami und Schinken enthalten sein)
- Fleisch und Fisch möglichst (wenigstens kurz) kochen oder braten

Die Ernährung der Katze durch eigene Herstellung der Nahrung ist sicherlich die gesündeste Art das Tier zu füttern. Diese Fütterungsart ist aber aufwendig und zeitintensiv, da man sich erst einmal mit den Bestandteilen, der Besorgung und den Rezepten auseinandersetzen muß. Es bedeutet aber, dass die Katze ein längeres gesundes Leben führt. Wer seine Katze mit industriell gefertigtem Futter ernähren will, sollte genau auf die Zusammensetzung dieses Futters achten und wenigstens auch zusätzlich Frischfutter in Form von Fleisch oder wichtigen fehlenden Bestandteilen des Fertigfutters reichen. Damit hat der Besitzer eines gesunden Tieres viel mehr Freude, da die Katze ein längeres Leben führen wird und vor futterbedingten Krankheiten geschützt wird.
Mittlerweile gibt es einige Bücher auf dem Markt, die dem Tierbesitzer bei der Zubereitung von Katzennahrung und den wichtigen Bestandteilen von Katzennahrung verstehen helfen.

Unterstützung für die eigene Herstellung von Katzenfutter können Sie in folgenden Büchern finden:

Das Hobbythek-Katzenbuch, Ellen Norton und Jean Pütz, VGS Verlag
Das Katzenkochbuch, Elisabeth Meyer zu Stieghorst-Kastrup, Monete von Dumont Verlag
Schlanke Katzen leben länger, Meredith Bronwen, Bechtermünz Verlag
Richtige Katzenernährung, Harald Wenzel, Falken Verlag
Katzen-Kochbuch, KK Verlag


Quellennachweis:
Palinka, L.: The Consumer's Guide to Cat Food, 1996 NY

Stein, D.: Natural Healing for Dogs and Cats, 1993 Freedom CA

Gosselin (Hrsg.): Clinical Toxicology of Commercial Products, 1984 Baltimore

Numminen, M.: Mirjamin Kissanhoito-opas, 1996 Jyväskyl Finnland

Elina Sistonen, MA Cats-Country

Bronwen, Meredith: Schlanke Katzen leben länger, 1998

Dieser, Rudolf: Naturheilpraxis Katzen, 1997

Dauborn, Sylvia: Lehrbuch für Tierheilpraktiker, 2000

Pütz, Jean; Norten, Ellen: Das Hobbythek-Katzenbuch

Huhn, Anette: Katzenkrankheiten

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